Nullpunkt

MAGAZIN, das

Nullpunkt

1. bis 10.9.2011

[täglich ab 12 Uhr]
Selnaustrasse 25, 8001 Zürich

Nu.llpunkt, der: [niemand = alle]: 1. a) Absturz gegen beliebig; b) Leere für Inhalt. 2. (kein) Bleiben; frei Denken [und stürzen]; Stillstand od. Ursprung 3. Freiheit (sein)

Veranstaltungen, die:
Parallel zur Ausstellung während dem ersten und zehnten September [chronologisch]; 1. Vernissage 2. tba 3. Lange Nacht der Museen [inkl. Tanz-Performance oimoi] 4. Musikaliterarischer Abend (Jazz = Rosset Meyer Geiger, Gedicht = Andri Perl) 5. tba 6. Lesung; Autor = Nora Zukker & Johanna Lier [Werk = tba] 7. Tanz- und Theaterabend; durch Tanz-Text-Tiefe (oimoi) 9. Poetry Slam a) acht Teilnehmer im K.O.-Modus b) Moderation = Etrit Hasler & Valerio Moser 10. Finissage; Feier im Stall 6 mit exp. elektr. Musik [Lukas Kleesattel, Nader, Basil the bastard, mauricio, beluno]

Eintritt, der:
1. das Eintreten. 2. a) [ohne der Entrichtung einer Gebühr verbundener] Zugang zu etw.: der E. [zum Nullpunkt] ist frei.

0.f95

Radio am Nullpunkt

miloud genova

So vielfältig wie wir sind, haben wir jetzt auch einen offiziellen Jingle fürs Radio. Als erstes Radio strahlt Radio LoRa unseren Jingle aus.



0.m48

Raphael Labhart

raphael labhart

Raphael Labhart und der fliegende Teppich

Als Raphael in der Ostschweiz aufbrach, um hinaus in die Welt zu gehen, konnte er nicht ahnen, dass Zürich nicht die Welt ist. Doch die Stadt wuchs an ihm, denn Labhart ist ein Mann von Welt, der mitunter auf Kreuzfahrten tiefgründige Gedanken über dieselbe anstellt. Dies hat Programm: Raphael versteht es, hohe Philosophie mit Einfachem zu verbinden, was sein Engagement beim ostschweizer Lokalradio fm1 beweist, welches er kompromissbereit mit reflektierten Boulevard-News beliefert. Insofern ist Raphael der richtige Mann, um am Nullpunkt einerseits Trivialartisten mit philosophischen Flugstunden crashaufzuklären und andererseits jegliche Höhenkamm-Denker direkt aus der Luft auf den Teppich zu holen. Man sehe sich vor.
Mail

0.f79

Mareike und die Gipsplatten

riikka tauriainen und mareike spalteholz



0.m44

Etrit Hasler

etrit hasler

in baldiger Bälde kommend
http://www.etrit.ch/

Nullpunkt

0.m75

Alice Gut

alice gut

Zur Vertiefung ihres Studiums der Bildenden Kunst studiert Alice an der Uni Kunstgeschichte. Ihre Arbeit am Nullpunkt:

‚Passion’

‚Passion’ – Faszination, Drang, fixe Idee, Enthusiasmus und Ernst, Intensität und Hingabe, eine Energie die ich zu übertragen versuche, die Leidenszeit bis die Arbeit steht und gesehen wurde, kurzum Leidenschaft.

Rot steht für Wärme und Energie, aber auch für Blut und Macht. Es ist die Farbe der Arbeiterbewegung, und steht für die Liebe und Erotik,
aber auch für die Gefahr und Verlegenheit.

Sowohl ihm Leben wie auch in der Kunst fasziniert mich das Situative: Die Empfindung die man in einem Moment hat verändert sich schon im nächsten. In meiner Installation erlebt dies die BetrachterIn durch ihre eigene Bewegung.

Ich arbeite mit Räumen aller Art, aus ihnen heraus, selten auch gegen sie an. Meine Arbeiten verändern die Raumwahrnehmung in dem sie neue Perspektiven, Spannungen und Verknüpfungen eröffnet.

Letztere beschäftigen mich im Sozialen wie im Räumlichen und Abstrakten.

0.m21

Migros Kulturprozent

Migros Kulturprozent

Die Idee des Migros-Kulturprozent geht auf den Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler zurück. In seinem Sinn verpflichten sich der Migros-Genossenschafts-Bund und die Migros-Genossenschaften zu einem jährlichen Beitrag an das Migros-Kulturprozent. Dieser wird auf Grundlage des Umsatzes berechnet und auch bei rückläufigem Geschäftsgang im Detailhandel ausgerichtet.

Das wohl einzigartige Engagement garantiert die Kontinuität des Migros-Kulturprozents und wurde in den Statuten der Migros fest verankert. Neben dem kommerziellen Erfolg ist es gleichberechtigtes Unternehmensziel der Migros.

0.e103

Wahn Sinn

Die letzten Tage sind verflogen wie die Nacht auf einem transatlantischen Linienflug. Der Hals ist trocken, wir kommen kaum noch zum trinken. Schlafen? Nein. Entspannen? Eher der zweite Teil des Worts und zwar innerlich, bis kurz vor dem Zerreisen.

Er ist nicht der Fels in der Brandung, der Nullpunkt. Er ist die Brandung. Ein Meer von Ideen, von Vorstellungen, von Visionen, das sich nun immer mehr und immer stärker auf uns entlädt, seine Wellen auf uns niederschlägt, uns zu sich hinein zieht, um uns dann wieder an Land zu werfen.

Jeden Tag beschäftigen wir uns in der Redaktion damit den Prozess festzuhalten, aber wenn wir ehrlich sein wollen, es ist der Prozess, der uns festhält. Stunden über Stunden an Tonmaterial und Videomaterial haben sich zum Teil angesammelt, dazu bestimmt, in eine Form gebracht zu werden. Aber der Nullpunkt ist unerbittlich, wie ein Sog, wie das Bermuda-Dreieck, daran kommst du nicht vorbei, er übermannt dich. Er paralisiert dich und treibt dich gleichzeitig an, lähmend hektisch. Und so verweilen viele Töne und Bilder in der Redaktion, wie sie aufgenommen wurden und warten immer noch auf ihre Form. Und wir darauf bis wir ihnen Form geben können. Und vieles geschieht nebenbei (Radiosendung Jingle, Teaser, Betonklotz).

Alle sind wir auf dem gleichen Schiff im Strudel des Nullpunkts, es zieht uns hinein, die Kreise werden immer kleiner, der Punkt kommt immer näher, wo all die Vorstellung, all die Gedanken, alles was wir uns ausgedacht haben verschwindet, am Nullpunkt und dann, und dann?

Kehrt ruhe ein? Ein qualvoller Tauchgang, nach Luft japsend? Ein sanftes im Wasser gleiten mit der Sonne im Gesicht? Ein Sommerregen in dem wir plötzlich vom Blitz getroffen tot umfallen?

Wir wissen es nicht.

Es ist vier Uhr morgens, in 14 Stunden gehen die Türen auf, es ist still, ich und die gefüllte Leere.

Es ist der Wahn, es macht Sinn!



0.m77

Goba

Goba

Goba

Goba

Goba

Goba

Goba

Wo die Sennen ihr Vieh noch immer mit einem Lindauerli bewaffnet auf die Weide treiben, kommt es her: unser Cola, Citro und das vorlaute Mineralwasser! Im romantischen Appenzellerland fliesst nicht nur eine Mineralquelle, es entspringt auch Sinn für Kunst und Gesellschaft.

Goba

0.m31

Cyril Plangg

Cyril Plangg

cyril plangg

Ich traf den Plangg das erste mal im Kafi Schnaps, im Frühsommer mit Lederjacke und Pullover, völlig verschwitzt, er hatte sich mit dem Fahrrad verirrt. Dort stellte er sein mögliches Projekt für den Nullpunkt 2011 vor und kurze Zeit später war auch schon klar, der Plangg, der stellt bei uns aus. Nach der ersten und zweiten Begehung habe ich den Cyril dann getroffen um ein Portrait von ihm zu machen, ausgestattet mit einer Videokamera inklusive Kameramann und einem Autoreifen. In den kurzen und von Nullpunktarbeit geprägten zehntägigen “Ferien” in Italien musste ich dann aber von einem dort ansässigen “Videomensch” vernehmen, dass das Band leer sein soll. Darum haben sich dann der Plangg und ich versucht daran zu erinnern, was an dem verregneten Tag auf der Josephwiese so alles gesprochen wurde.

These are the fragments of the lost interview, recorded on a grey foggy day before the big rain came.
Miloud Genova im Gespräch mit Cyril Plangg.

Miloud: Cyril Plangg, wir wollen Dich näher kennenlernen, was Du machst und wohin Dich Deine Wege
führen. Wer also ist dieser Cyril A. Plangg?

Cyril: Ja. Wer bin ich? Wer weiss das schon so genau. Diese Frage erinnert mich an den Film von Miloš Forman “One Flew Over the Cuckoo’s Nest”. Dort wird Jack Nicholson gefragt: “What can you tell me about why you’ve been sent over here?” d.h. warum man ihn in die Irrenanstalt geschickt hatte, und wer er eigentlich ist. Einfach gesagt, beschäftige ich mich manchmal mehr mit dem Denken, manchmal mehr mit dem Tun. Manchmal nenne ich mich “Waste ­Artist” manchmal “Mistake Philosopher”.

Miloud: Mistake­ Philosopher?

Cyril: Die Philosophie hat Schwierigkeiten mit der Tatsache, dass wir uns regelmässig Irren. Was “nützt” es dem, der sich irrt eigentlich, sich zu irren? Und trotzdem: Irrtümer gibt es nicht nur viele, sonderm wir irren uns die ganze Zeit, schon wenn wir den Mund aufmachen, und erst recht wenn wir in halten und anfangen zu denken. Wir alle sind irgendwo Mistake­Philosophers.

Miloud: Warum Waste ­Artist?

Cyril: Naja, bei soviel “Waste” in unserer Welt ist es doch ganz entspannend, dass wir wenigstens daraus “Waste­ Art” machen können. Die Kunst des “Kreativen Irrtums” wackelt nicht ohne Selbstironie auf ihrem hohen Sockel.

Miloud: Wir erlauben uns die Frage: “Was ist Kunst?”

Cyril: Es gibt niemals eine vollständige Antwort. Widersprüche sollten wir nicht als Defizit verstehen, sondern als Chance die Sprache zu erweitern: das Fragen wie das Antworten.

Miloud: Ein Beispiel?

Cyril: Vielleicht ist die Kunst das ungeliebte Kind des Künstlers. Vielleicht, weil das Werk vom Künstler etwas verlangt, was er nicht geben kann. Sein Werk verselbständigt sich. Es übersteigt ihn, wird lebendig. Ein Künstler ist niemals Herr über sein Werk. Weder Idee noch Vollendung retten ihn vor dieser oft quälenden
Realität.

Miloud: Wie ist das Leben als Künstler?

Cyril: Es ist ein Leben in ständiger Arbeit. Der Künstler beschäftigt sich mit ganz unbegreiflichen Dingen. Er ist dabei allein. Er versteht sich selbst nicht und überfordert sich ständig, ist immer auf der Suche, rastlos, auch wenn er daran zugrunde geht. Er trägt Zukunft und Vergangenheit in sich, er zerreisst sich innerlich. Alles ist Material und verschwendete Zeit. Am Ende ist er nur Werkzeug, folgt seinem Willen ­bis in den Wahnsinn. Es ist wie ein Krieg gegen Windmühlen, aus dem er immer wieder zurückkehrt. Keiner weiss wozu das gut ist. Die Nachbarn werden’s ihm danken ­ die Narben aber bleiben …

Miloud: Ein Künstlerleben ist also …

Cyril:… Ja, es ist schwierig,­ es ist beschissen. Aber wir lächeln unserem Schicksal entgegen. Damit düngen wir unser Werk, in der Hoffnung das daraus etwas Neues wächst.

Miloud: Wahnsinn …

Cyrill: Ja, der Wahnsinn ist wohl einer der zwölf schöpferischen Zustände – aber die anderen, die kennt niemand.

Miloud: Und was wird uns die Zukunft bringen?

Cyril Auch wenn wir Künstler versuchen die Zukunft mit einzubeziehen, überlasse ich Prophezeiungen gerne anderen. Und weil es so viel Bad­ Prophecy schon gibt: Viel wird sich nicht verändern. Vielleicht aber doch. Und da muessen wir schauen wo wir bleiben.

Miloud: Wie sollen wir das tun?

Cyril: Die Kunst ist keine Anleitung, wie wir die Welt verändern können. Vielleicht kann sie die Menschen auf eine Weise ansprechen, so dass es nicht unbedingt nötig ist sich ständig die Schädel einzuschlagen ­als besonderes Zeichen der Wertschätzung. Ich kenne keine Kunst, die das Verhalten der Menschen nachhaltig verschlechtert. Sie zeigt nur Problemzonen auf. Menschen, die gereizt auf ihre Provokation reagieren, benötigen mehr Liebe. Manchmal jedenfalls.

Miloud: Was gibst Du uns für die Zukunft mit?

Cyril: Ja… was die Probleme angeht, die auf uns zukommen werden? Habt Mut, wir werden ihn brauchen. Nur lasst euch nicht klein machen. Es ist eure Zukunft, nicht die der Propheten. So furchtbar wird der nächste Schritt nicht sein, die Evolution hat gezeigt: wir tragen schon viele Katastrophen in uns, und wir werden ja sehen.

Miloud: Die Rolle der Kunst?

Cyril: Ich fürchte die Kunst hat in vielen Punkten den Anschluss zum Leben und zu den Problemen dieser Welt verloren. Sie lässt sich hauptsächlich vom Markt aushalten, bedient den Status. Eine schreckliche Vorstellung: Korrumpierte Kunst. Wenn sie es schafft, ihre Unabhängigkeit zu behalten, so kann sie manchmal auch die Mauern und Gräben zwischen den Menschen überwinden. Es ist nicht das Diktat der
eigenen Vorstellung, sondern, es zählt der Dialog. Und Kunst sagt uns dann: wir sind nicht allein.

0.t52

Botania AG und Ritualis GmbH sponsern

Die Botania AG und Ritualis GmbH sponsern den Null­punkt gross­zügig.



ewz

0.m68

DU

DU Magazin

DU

DU

DU

DU

DU

Beschreibung zum Beitrag auf art-tv.ch:
Mit der Märzausgabe Nr. 814 feiert das Kulturmagazin Du sein siebzigjähriges Bestehen. art-tv.ch wirft anlässlich dieses Jubiläums einen Blick hinter die Kulissen der Redaktion und macht Sie Bekannt mit den Machern eines «legendären Magazins».
www.du-magazin.com

0.m37

Lorenz Meier

lorenz meier

Ein Schulgeschichtsbuch (Schib/Boesch: Weltgeschichte) beschreibt die bildende Kunst während dem frühen Christentum, die mit der byzantinischen Malerei ihren Anfang nimmt, als geprägt durch eine „feierlich-starre, der Wirklichkeit entrückte Steifheit“. Nachdem sich Jahrhunderte lang der Bildstil kaum verändere, bemühe sich erst die Renaissance-Malerei um naturgetreue Darstellung und Raumtiefe. Die damals noch unwirkliche Kunst sei jetzt wirklich, so offenbar die Aussage.

Schaut man die Radierungen und Zeichnungen von Lorenz Meier an, befällt einen das Gefühl, dieses kunsthistorische Narrativ sei zu einfach, wenn es einen Fortschritt zum Naturgetreuen in der Renaissance beschreibt. Zumindest scheint das Entrückte, das Meiers Illustrationen prägt (siehe www.lorenzmeier.com), unsere Zeit sehr gut wiederzugeben, vielleicht besser als ein ‚wirklichkeitsgetreues‘ Bild. Zumal seit dem 20. Jahrhundert die Möglichkeit der Fotografie neue Massstäbe bezüglich Abbildens der Wirklichkeit setzt – es ist klar: Schon die Surrealisten haben diese erneute Kehrtwende weg vom Naturalismus vollzogen; aber was, wenn auf der formalen Ebene anstatt dem Unbewussten religiöse Ereignismalerei zitiert wird? Ist die Postmoderne bevorzugt mit Darstellungsmitteln, die während dem frühen Christentum entstanden sind beschreibbar? Oder zeigt ein Rückgriff auf solche Mittel, dass so etwas wie ‚unsere Zeit‘ gar nicht abbildbar ist mit einem Bild als Blickfeld, wie es menschliche Augen sehen könnten? Antworten verspricht das Triptychon, das Meier am Nullpunkt ausstellen wird. In Anlehnung an religiöse Ereignismalerei wird es gesellschaftliche Entwicklungen und Ideen darstellen.

Lorenz Meier ist seit 1995 als freischaffender Illustrator für verschiedene Zeitungen, Magazine, Werbeagenturen und Verlage tätig. Seit 2007 ist er Dozent für Illustration und Zeichnen an der Fachklasse Grafik, Hochschule Design & Kunst in Luzern.

http://lorenzmeier.com/